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Java - Prambanan

Donnerstag, 11.08.94 [5. Reisetag, Carsten]

 

Prambanan

Der Tag begann sehr früh für mich. Doch ich war schon wach, bevor der Radiowecker ansprang und mal wieder meinen Lieblingssender spielte. Ob das vielleicht an den gefiederten Freunden des Nachbarn lag, habe ich vergessen. Und dann hieß es Beeilung, denn wir hatten noch eine lange Fahrt vor uns. Duschen, Koffer packen, frühstücken und so weiter. Um 7.00 Uhr ging es dann endlich los, mit unserem Charterbus von Yogyakarta in Richtung Osten. Schon 17 km von "Yogya" entfernt haben wir einen riesigen Tempelkomplex vor Augen. Glücklicherweise haben die meisten Souvenirläden noch nicht auf, und die Straßenhändler schauen auch noch ein wenig müde aus der Wäsche. So können wir ungestört den Eingang des Prambanan (auch Loro Jonggrang genannt) erreichen. Helga hat mal wieder ihr Organisationstalent spielen lassen und uns einen Guide für den Rundgang besorgt. Der deutschsprachige Führer hatte jedoch nur noch eine knappe ½ Stunde Zeit für uns, da irgendeine Neckermanngruppe schon eine Vorreservierung gemacht hatte. Schade! Doch nichtsdestotrotz haben wir viel über den größten hinduistischen Tempel Javas erfahren können. Sind wir doch mal ehrlich, wer wußte schon, daß der Prambanan irgendwann um das Jahr 856 fertiggestellt wurde, um den Sieg Rakai Pikatan´s, Nachkomme von Sanjaya und Anhänger Shivas, über den letzten Sailendra-Herrscher Zentraljavas, Balaputra (der daraufhin nach Sumatra floh und Herrscher von Srivijava wurde), zu feiern. Wenige Jahre nach er Fertigstellung wurde der Prambanan verlassen und verfiel. Erst in den Jahren 1937-1953 wurde der Tempelkomplex wieder restauriert. Der zentrale Hof des Komplexes enthält acht Gebäude. Der prachtvolle, 47 m lange Shiva-Tempel wird von zwei nur wenig kleineren Tempeln eingerahmt; der nördliche ist Vishnu, der südliche Brahma geweiht. Gegenüber stehen drei kleinere Tempel, die vormals die "Fahrzeuge" oder "Reittiere" enthielten: Shivas Stier (nandi), Brahmas Gänserich (hamsa) und Vishnus Sonnenvogel (garuda). Lediglich der nandi ist erhalten. Am nördlichen und südlichen Eingangstor stehen zwei 16 m hohe identische Hoftempel. Und wie es bei Tempeln oft üblich ist, gibt es auch hier eine Legende. Der Legende nach war Loro Jonggrang eine Prinzessin, die von einem unerwünschten Verehrer umworben wurde. Sie trug ihm auf, innerhalb einer Nacht einen Tempel zu bauen, verhinderte aber seine fast erfolgreiche Bemühung dadurch, daß sie das Morgengrauen durch Stampfen im Reismörser zufrüh ankündigte. Der Freier verwandelte sie daraufhin im Zorn zu Stein, und sie steht seitdem als Statue der Begleiterin Shivas, Durga, im nördlichen Raum des Tempels. Da kann ich nur sagen: selbst Schuld Prinzessin! ...more...

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