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Java - Bromo

Donnerstag, 11.08.94 [5. Reisetag, Carsten]

 

In den anderen drei Räumen stehen Statuen von Agastya, dem "himmlischen Lehrer", von Ganesha, dem elefantenköpfigen Sohn Shivas und eine 3 m hohe Statue von Shiva selbst.

Es gibt natürlich noch mehr über den Prambanan zu erzählen, aber das würde hier doch den Platz sprengen. Zusammenfassend kann ich zum Prambanan nur sagen: "Riesig" - und alles ohne Mörtel. Den Architekten würde ich gerne persönlich kennen lernen.

Nach dem Tempelbesuch ging's dann wieder in den Bus und die Höllenfahrt konnte beginnen. Der Busfahrer hatte wahrscheinlich die Straßenseite verwechselt, denn er fuhr die meiste Zeit auf der anderen Seite. Er überholte so ziemlich alles, was ihm in die Quere kam. Dies war ähnlich spannend, wie der alte Steven Spielberg Film "Duell", in dem sich ein Tanklastwagen- und ein Autofahrer einen unerbittlichen Zweikampf lieferten. Mittags machten wir dann mal eine Rast und setzten uns in eine umgebaute Autowerkstatt oder Großraumgarage; man nennt es hier, glaube ich, Schnellrestaurant. Dieser Bau hatte den Charme einer Bahnhofsvorhalle, aber mir gefiel es und das Essen war auch recht gut. Und zur Unterhaltung lief die ganze Zeit Beachvolleyball im TV. Nach dem Essen war dann wieder Bus fahren angesagt. Na prima, dachte ich, und war von dem Gedanken genauso begeistert, wie eine Kuh vom Fahrrad fahren. Wir fuhren vorbei an Madiun, Jombang und Mojokerto. Die Stunden vergingen und es wurde schnell dunkel. Die Straßen wurde immer steiler und steiler. Wir müßten wohl am Ziel sein. Der Bus hielt an und wir waren in Ngadisari in Ostjava. Es ging nun mit dem Jeep weiter, deshalb hieß es Gepäck umpacken. Es war inzwischen recht kühl hier oben, und ich war froh wieder im Jeep zu sitzen. Nach rund 3 km Fahrt kamen wir endlich zu unserem Gasthaus, direkt auf dem äußeren Kraterrand des Bromo-Massivs. Ich war müde geworden nach der 400 km langen Tour. Ich trug meinen Rucksack in mein Zimmer, erfrischte mich und ging dann zur Gruppenbesprechung ins Restaurant. Dort beschlossen wir sehr früh aufzustehen, um uns den herrlichen Sonnenaufgang anzuschauen. Ich gebe zu, der Gedanke an das frühe Aufstehen weckte in mir einen leichten Brechreiz (oder war mein Tee nicht in Ordnung, an dem ich gerade roch). Aber dann dachte ich mir, da mußt du durch, du willst ja schließlich auch etwas erleben.

PS: Ich bezahlte meinen Tee und ging zu Bett.

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